Wie entsteht ein Tumor? Was ist Krebs?

Der Begriff Tumor (lat. Schwellung) beschreibt das unkontrollierte Wachstum von Gewebe. Dabei werden „bösartige“ Tumore als Krebs oder maligne Tumore bezeichnet. Leichter zu behandelnde Tumore bezeichnet man als benigne Tumore (= gutartig).

Die für den Körper gefährlichen maligne Tumore wachsen ungeordnet und undifferenziert (alle als Abbilder einer Zelle). Sie verdrängen und unterdrücken das umliegende Gewebe, zerstören dieses und fügen so dem Organismus (z.B. dem Menschen) Schaden zu. Die maligne Tumore sind schwerer zu behandeln, da sie ins umliegende Gewebe durch Ausläufer eindringen. Dadurch lassen sie sich nicht herausschneiden wie die benigne Tumore und erschweren so den Heilungsprozess. Dabei weisen Tumore aufgrund der hohen Teilungsrate auch hohe Mutationsraten bei der Gen Replikation auf, wodurch sie sich schnell weiterentwickeln. Hierbei können zudem auch embryonale Gene und andere Gene als die der Urzelle (erste Zelle bei der der Tumor ausgelöst wurde) aktiviert werden. Angenommen eine Tumorzelle teilt sich, kann die neuentstandene Zelle zum Beispiel durch Mutation ihres genetischen Materials Eigenschaften einer Leberzelle annehmen, obwohl ihre Urzelle eine Muskelzelle war. Durch ähnliche Mutationen können Tumore gegen Chemotherapien resistent werden. Auch können sie dann anfangen zu streuen, was bedeutet, dass sie sich durch die Aktivierung von Gensequenzen, wie dem so genannten „Lymphozyten-Wanderprogramm“, als Weiße Blutkörperchen getarnt durch die Lymphbahnen bewegen können. Wenn sie eine solche Absiedlung in andere Gebiete des Organismus vollbringen, bezeichnet man dies als Metastasierung oder umgangssprachlich als „Streuen“.

Oftmals entstehen Tumore durch Kanzerogene (im Folgenden erklärt) oder durch Fehler in der Zellteilung (z.B. bei der Regeneration oder dem Wachstum).

Kanzerogene sind die häufigsten Krebsauslöser. Ein so entstandener Tumor bezeichnet man in der Fachsprache als Karzinom. Hierbei lösen Mutationen Änderungen der Gene aus, wodurch sich ein Tumor bildet, dies geschieht durch Mutagene. Mutagene sind äußere Einwirkungen auf den Körper, wie z.B. Strahlung oder hohe Temperaturen.

Durch solche Einflüsse mutieren Protoonkogene (Zellzyklus Regulatoren) zu Onkogenen (wörtl. Krebs-Gene). Die Onkogene sind Teile des Erbgutes und fördern das Zellwachstum zum extremen Tumorwachstum. Sie entstehen durch die Mutation aus den Zellzyklus regulierenden Gensequenzen, den sogenannten Protookogenen. Im Falle deren Veränderung oder dessen Ausfall droht der Kontrollverlust über die Zellteilung bzw. das Zellwachstum, was der Auslöser eines Tumors wäre. Allerdings kann dies nicht nur die Zellteilung beschleunigen, sondern auch stoppen, was zum vorprogrammierten Zelltod (Apoptose) leitet. Dies geschieht im Regelfall, um Tumore vorzubeugen.

Um diesem Verhalten entgegen zu wirken, gibt es die Tumorsuppressorgene. Sie werden auch Antionkogene genannt und kontrollieren das Zellwachstum und die Apoptose in hemmender Form. Was bedeutet, dass sie ähnlich wie eine Bremse funktionieren, welche die Zelle daran hindert nicht zu ungehemmten Zellwachstum überzugehen. Dadurch wirken sie den Onkogenen entgegen und blockieren die Bildung von Tumoren. Die Deletion oder Mutation von Tumorsuppressorgenen (Antionkogene) machen eine Tumor Bildungen wahrscheinlicher. In diesem Fall haben sie eine ähnliche Wirkung wie die Onkogene, die sie ansonsten behindern.

 

Ein Beispiel der Protoonkogene ist das sogenannte p53, welches wir in einem weiteren Text erklären:

 

Abb. 1: Ablauf der Tumorbildung
Abb. 1: Ablauf der Tumorbildung

 

© Frederick Behringer