Wie ist die Nervenzelle aufgebaut?

Im Gegensatz zu anderen Körperzellen, können sich Nervenzellen nicht teilen. Bereits mit der Geburt ist die maximale Zahl an Nervenzellen festgelegt.

Die Hauptaufgabe eines Neurons (Nervenzelle) besteht darin, Informationen zu empfangen, zu verarbeiten und weiterzuleiten. Dementsprechend ist der Aufbau einer Nervenzelle perfekt an diese Aufgabe angepasst (Abb. 1).

Wie jede Zelle, besitzt die Nervenzelle Organellen (Zellbestandteile: z.B. Zellkern), welche im Zellkörper (Soma) liegen. Jedes Neuron hat am Zellkörper viele baumartige Dendriten, an denen Informationen von anderen Neuronen empfangen und über einen langen Fortsatz (Axon) erneut an weitere Neuronen weitergeleitet werden. Ein Neuron kann bis zu 10.000 solcher Verbindungen zu anderen Neuronen unterhalten. Dabei erreichen manche Axone eine Länge von mehr als einem Meter.

Der Übergang von Zellkörper zum Axon heißt Axonhügel. Am Ende verzweigt sich das Axon meistens. Die Endstellen dieser Verzweigungen werden synaptische Endigungen genannt, da sie eine Kontaktstelle zu einem anderen Neuron bilden, die sogenannte Synapse. An der Synapse wird die Information mit Hilfe von Neurotransmittern (chemischen Botenstoffen) an das nächste Neuron übermittelt.

Neurone, die Informationen senden, werden auch präsynaptische Zellen und empfangende Neurone postsynaptische Zellen genannt (latein.: post = nach/ prä = vorne).

Abb. 1: Aufbau Nervenzelle im Querschnitt
Abb. 1: Aufbau Nervenzelle im Querschnitt

 

Um Informationen möglichst schnell weiterzuleiten muss ein Neuron, ähnlich wie ein Stromkabel, gut isoliert sein. Das erreicht das Neuron durch eine Ummantelung, etwa wie der Außenhülle beim Stromkabel. Diese sogenannte Myelinscheide (oder auch Markscheide) besteht aus Schwannschen Zellen (benannt nach Entdecker), welche regelmäßig von Lücken (Ranvierschen Schnürringen) unterbrochen werden (Abb. 1).

Eine Schwannsche Zelle ist eine Gliazelle, die um das Axon gewickelt ist und das isolierende Myelin produziert. Neurone mit Myelinscheide werden als markhaltig bezeichnet und können elektrische Spannungen (also Aktionspotentiale) schneller weiterleiten als marklose Zellen.