Was sind die Mendelschen Regeln? - Erklärungsversuch 1

Georg Mendel gelang es, die Gesetzmäßigkeiten der Vererbung zu entschlüsseln und konnte damit den ersten Erklärungsansatz für das Auftreten von Merkmalen, z.B. die deiner Haarfarbe oder Nasenlänge, geben.
Mendel hat sich dabei mit der Vererbung von Merkmalen über Genotyp (Erbbild/genetische Ausstattung) und Phänotyp (äußeres Erscheinungsbild) beschäftigt. Dazu hat er 1866 drei Regeln aufgestellt, die die Vererbung von solch bestimmten Merkmalen näher beschreiben.

 

1. Die Uniformitätsregel
2. Die Spaltungsregel (Segregationsregel)
3. Die Unabhängigkeitsregel

 

Diese drei Regeln bestimmen in einem Stammbaum (Erbgang) wer z.B. welche Augenfarbe, Haarfarbe oder Hautfarbe  haben wird.
Da du ja jetzt schon die drei Regeln von Georg Mendel namentlich kennengelernt hast, werde ich dir im Weiteren den biologischen Zusammenhang dieser Regeln erklären.
Die erste Regel, die Uniformitätsregel, verlangt eine einheitliche [uniforme] und reinerbige [homozygote] Elterngeneration [lat. parentes; Parentalgeneration]. Diese Generation besteht nach Mendel immer aus zwei reinerbigen Merkmalen [Merkmalen=Allelen], wobei jeder Elter [zwei Elter = die Eltern der Elterngeneration] ein bestimmtes Merkmal besitzt.

(Abbildung wird noch eingefügt)


Wenn dann die Eltern ihre erste Tochtergeneration [Filialgeneration-F1] bilden, entwickelt sich ein vorherrschendes [dominantes] Merkmal und ein verdecktes [rezessives] Merkmal.
Somit musst du also, bei der Bestimmung eines Erbganges [Stammbaumes], immer als erstes schauen, welches Merkmal vorherrschend oder verdeckt ist.
Damit du aber weißt, welches Merkmal vorherrschend/verdeckt ist, musst du dir das Erbbild [Genotyp = Buchstaben] des Lebewesens anschauen.
• vorherrschend [dominant] „BB“ [Bsp. blaue Farbe der Blume (Abb. 1) ]
• verdeckt [rezessiv] „LL“ [Bsp. Lila Farbe der Blume (Abb. 1) ]
Wenn du dir über das Erbbild im Klaren geworden bist, weißt du ebenfalls nun das Aussehen [Phänotypen] der Tochtergeneration. In unserem Beispiel kannst du also erkennen, dass die blaue Blume vorherrschend [dominant] ist und somit ihr Merkmal der Tochtergeneration [Filialgeneration-F1] weitergegeben wurde.
Die Uniformitätsregel lautet also: Kreuzt man zwei reinerbige Eltern, dann ist die F1-Generation immer gleich.

(Abbildung wird noch eingefügt)

Mischerbige [heterozygote] und gleiche Nachkommen (Unterschrift Abb)

Wenn du dich fragst, „Wieso sind hier jetzt auf einmal vier Nachkommen entstanden?“, dann guck dir einfach noch einmal die Bildung von Keimzellen während der Meiose an.
Das war die erste Mendel’sche Regel.

Auf geht es zur Zweiten! Der Spaltungsregelregel [lat. segregare = trennen, spalten (Spaltungsregel)].
Jetzt wird es noch ein bisschen mathematisch. ABER bei der Spaltungsregel musst du nur die Nachkommen der 1.Tochtergeneration in einem richtigen Spaltungsverhältnis zusammenzählen. Wenn du wissen willst, wie du dieses Anzahlenverhältnis richtig zählst, pass auf, ich erklär es dir!
Es gibt ein, von Georg Mendel, vorgeschriebenes Verhältnis dieses Erbganges.
Wir beschäftigen uns gerade mit dem dominant-rezessiven Erbgang und einem Spaltungsverhältnis von:

- ¾ : ¼

Da du hier an dem Verhältnis schon siehst, dass es zwei verschiedene Nachkommen geben muss [da es zwei Möglichkeiten gibt], weißt du nun, dass das Erscheinungsbild [Phänotyp] ebenfalls wieder unterschiedlich sein wird.
Somit lautet die Spaltungsregel: Kreuzt man zwei mischerbige Eltern der F1-Gerneration, dann spalten sie sich in die F2-Generation auf.

(Abbildung wird noch eingefügt)


Im Erbbild [Genotyp] jedoch, sind die drei lila Blumen wiederum unterschiedlich. Das betrifft die Kreuzung der Keimzellen und die Vererbung der Merkmale, welche du dir vielleicht eben erstmals oder erneut in der Meiose angeguckt hast.

 

Bis jetzt haben wir uns mit monohybriden [nur 1 Allel (Allelen=Merkmale) ] Erbgängen beschäftigt. Die dritte Mendel’sche Regel, die Unabhängigkeitsregel [Neukombinationsregel], setzt sich nun mit dihybriden [Nachkommen mit 2 Allelen] Erbgängen auseinander.
Los geht’s!
Die weitere Vererbung hat den selben Ablauf wie zuvor, nach der 1.- und 2.Mendel’schen Regel. Jedoch kann man in der 2.Tochtergeneration [F2-Generation/ Filialgeneration-F2.] nun neue Merkmalskombinationen feststellen.
Das wirkt sich nicht nur auf das nun vierbuchstäbliche Erbbild [Genotyp] aus, sondern auch auf das, nun entweder z.B. runden/eckigen oder lila/blauen Erscheinungsbild, sowie das Anzahlenverhältnis, von 9:3:3:1, aus.
Dennoch liegen in der 2.Tochtergeneration [Filialgeneration-F2.] immer noch Formen der Elterngeneration [Parentalgeneration] vor.
Damit du bei deinem dominant-rezessiven Erbgang, das Erscheinungsbild [Phänotyp] und das Aussehen [Genotyp] leichter bestimmen kannst, legst du dir ein einfaches Kombinationsquadrat an. Das Quadrat zeigt dir die Merkmale, die die 2.Tochtergeneration bekommt :

...

 

Da dran siehst du abschließend, dass du die Keimzellen [Meiose] in dem Kombinationsquadrat der ersten Tochtergeneration nur zusammenzählen musst.
Zusammenfassend lautet die Unabhängigkeitsregel:

Anlagen und Faktoren werden unabhängig voneinander vererbt, sodass auch Neukombinationen entstehen.
Hoffentlich hast du die Mendelschen Regeln jetzt verstanden, wenn nicht lies dir die Erklärungen nochmal durch und schau dir die Abbildungen an.