Was ist der Artbegriff und was meint Isolation?

Schätzungsweise gibt es auf der Erde 13,5 Millionen Tierarten. Aber wie können neue Tierarten überhaupt entstehen?

Die neuen Tierarten werden grundsätzlich anhand äußerer Merkmale gleichgesetzt und beschrieben (morphologischer Artbegriff). Dies bedeutet, dass die Lebewesen in allen wesentlichen Merkmalen untereinander und bei den Nachkommen übereinstimmen. Beispielsweise gehören der Schäferhund und der Dackel zu derselben Art, obwohl sie ganz unterschiedlich aussehen.

Wiederum können Lebewesen täuschend ähnlich aussehen, wie die Vögel (Zilpzalp & Fitis), die jedoch ganz unterschiedlichen Arten angehören. Daraus lässt sich schließen, dass die Individuen sich nicht vermehren können und reproduktiv isoliert sind (biologischer Artbegriff).

Die reproduktive Isolation ist die Abgrenzung der Arten durch Fortpflanzungshürden, sodass sich die Gesamtheit aller Genvariationen (Allele) einer Population nicht vermischen können, selbst wenn sich ihre Verbreitungsgebiete überdecken. Sobald solcherlei Hindernisse wirksam werden, nennt man diese präzygotische Barrieren ( Bsp. die Habitatisolation).

Bei diesem Hergang befinden sich mögliche Sexualpartner nahe angehöriger Arten im selben Biotop , erschließen aber unterschiedliche Habitate. Beispielsweise wird dies für Parasiten betrachtet , die auf diverse Wirte angewiesen sind. Zudem kommen sie nicht gemeinsam in Verbindung und sind daher reproduktiv isoliert.

Die Verhaltensisolation entsteht sobald artspezifische Paarungsanzeichen, wie beispielsweise Sexuallockstoffe von den Sexualpartnern (Zilpzalp & Fitis) fortgesendet werden.

Sobald sich Tiere etlicher Arten zu unterschiedlichen Jahreszeiten vermehren, spricht man von einer zeitlichen Isolation (zum Beispiel : Gras- und Wasserfrosch).

Wenn nahe angehörige Arten sich nicht vermehren können, liegt dies daran, dass die Zeugungsorgane anatomisch nicht zueinanderpassen. Dies ist der Vorgang der mechanischen Isolation und ist bei vielen Insekten- und Spinnenarten der Fall.

Bei der gametischen Isolation kann selbst nach der Fortpflanzung die Entstehung einer Zygote abgestellt werden, wenn die Spermien kein passendes Signal aussenden. Dadurch können sie sich nicht an die Eizelle anheften bzw. in diese eindringen (zum Beispiel kann sich ein Hund nicht mit einem Pferd fortpflanzen).

Die Lebewesen unterschiedlicher Gattungen, die sich vermehren und die präzygotischen Hindernisse überwältigen, können durch postzygotische Barrieren eine Verknüpfung unbekannter Allelen abwenden. Dieser Hergang tritt ein, falls sich die herausgebildete Zygote fortentwickelt und die Hybriden oder der Embryo absterben. Beispiele für die Hybridsterblichkeit oder auch Bastardsterblichkeit genanant sind verschiedene Arten der Froschgattungen.

Außerdem können Lebewesen verschiedener Arten, die lebensfähige Mischlinge bekommen völlig oder größtenteils steril sein, weil hier eine reproduktive Isolation vorliegt. Bekannteste Beispiele für diese Hybridsterilität sind Liger

(Kreuzung aus Löwe und Tiger) und Maulesel (Kreuzung aus Pferd und Esel).

Bei Paarungen unterschiedlicher Arten entstehen manchmal noch fruchtbare Hybriden , jedoch zeugen diese deutlich weniger F² – Nachkommen.

Dieser Hybridzusammenbruch könnte bedeuten, dass die Hybriden in ihrer Handlungsweise bei ihren Eltern liegen und daher eine schwächere Aussicht bei der Partnerfindung haben.

© Damian Morawiec & Bekir Erdogan