Was sind abiotische Faktoren?

Weißt du eigentlich warum Menschen zu hohe oder auch zu niedrige Temperaturen nicht vertragen? Was zu viel oder zu wenig Licht mit uns anstellt? Oder auch wie Wasser uns beeinflusst?

 Dies sind abiotische Umweltfaktoren. Was heißt denn überhaupt abiotisch? Es sind Faktoren, die Lebewesen nicht bewusst verändern können. Also zum Beispiel die Temperatur, das Wasser oder das Licht.

Jedes Lebewesen besitzt eine typische, genetisch festgelegte, Toleranzkurve zu diesen Faktoren. Also einen Bereich in dem es überleben kann. Die Kurve wird durch ein Minimum und ein Maximum begrenzt. Werden diese Werte überschritten, kommt es zum Tod. Zwischen Minimum und Maximum liegt der sogenannte Toleranzbereich (Physiologische Potenz). In diesem Toleranzbereich gibt es ein Optimum, Präferendum und Pessimum. Das Optimum kennzeichnet die Stärke des Umweltfaktors, der am besten für die Aktivität eines Lebewesens geeignet ist. Das Präferendum Ist der Bereich um das Optimum herum. Hier halten sich Lebewesen auf wenn sie die freie Wahl haben. Die beiden Pessimas liegen nah an Minimum und Maximum. Hier ist keine Fortpflanzung oder Entwicklung möglich. Es gibt zwei verschiedene Arten der Toleranzbreite. Lebewesen der Stenopotenten Art haben nur einen kleinen Toleranzbereich. Hierzu gehören beispielsweise Koalabären, da diese sich ausschließlich von Eukalyptusblättern ernähren und somit in ihrer geographischen Ausbreitung sehr beschränkt sind. Eurypotente Arten hingegen haben einen großen Toleranzbereich, wie beispielsweise Ratten, da diese Allesfresser sind und so auch überall Nahrung finden.

Doch jetzt zurück zum Menschen. Wie beeinflusst uns die Temperatur? Gleichwarme (homoitherme) Tiere, wie z.B. der Mensch, besitzen die Fähigkeit der Thermoregulation. Dies bewirkt, dass ihre Körpertemperatur unabhängig von der Außentemperatur gleich bleibt. Dafür ist der Stoffwechsel zuständig. Aber warum wird dir beispielsweise kalt wenn du zu lange nichts gegessen hast? Der Preis dafür, dass unsere Körpertemperatur von der Temperatur außerhalb unabhängig ist, ist eine hohe Nahrungsaufnahme. Wenn es kälter wird, ergreifen wir jedoch auch entsprechende Gegenmaßnahmen, wir fangen an zu Zittern. Ist es jedoch sehr warm, fangen wir an zu schwitzen. Wechselwarme (Poikilotherme) Tiere passen ihre Körpertemperatur der Außentemperatur an. Dies hat zur Folge, dass die Stoffwechselrate, also die Größe des Energieverbrauches pro Zeiteinheit, geringer ist, als bei Gleichwarmen Tieren. Also passen Fische ihre Temperatur der Wassertemperatur an um damit Energie zu sparen. Werden Minimum oder Maximum erreicht, kommt es zum Kälte- beziehungsweise Hitzetod.

Aber auch das Wasser beeinflusst uns. Jedes Lebewesen benötigt Wasser zum Überleben. Der menschliche Körper besteht zu 70% aus Wasser. Wir brauchen es als Verdünnungsmittel für unser Blut und es ist die Grundlage für alle Zellen und Körperflüssigkeiten. Wir verlieren immer wieder Flüssigkeit, zum Beispiel durch Schwitzen. Deshalb müssen wir auch ständig Wasser zu uns nehmen und das funktioniert in dem wir trinken oder begrenzt auch Flüssigkeit über die Haut aufnehmen. Das kannst du dir wie einen Kreislauf vorstellen, indem du immer wieder Wasser zu dir nimmst, das dir zuvor verloren gegangen ist.

Auch das Licht beeinflusst unser Leben stark. Wir brauchen längerwelliges UV-Licht zur Vitamin D Bildung. Wenn kein Vitamin D vorhanden ist, werden unsere Knochen weich und instabil. Aber wir benötigen das Licht auch für unsere sogenannte innere Uhr. Diese steuert unseren Tag-Nacht-Rhythmus, bestimmt also wann wir schlafen müssen und wann wir wach sind.

 

© Sarah Schäfer