Was sind Mimikry und Mimese?

Manche Lebewesen besitzen bewundernswerte Fähigkeiten, mit denen sie sich vor Feinden schützen können. Nicht etwa durch Gift oder Stacheln, sondern durch Tarnung sind sie vor Fressfeinden geschützt.

Diese Fähigkeit hat viele Vorteile. Die Feinde des Lebewesens können das Tier nicht mehr von der Umwelt unterscheiden, da das Lebewesen z.B. in Gestalt, Farbe und Verhalten einem Lebensraum zum Verwechseln ähnlich sieht. Deshalb können optisch orientierte Feinde ihre Beute nicht mehr wahrnehmen. Dieser Vorgang wird Mimese genannt.

Diese Anpassung verschafft dem Lebewesen einen Selektionsvorteil. Diese Art von Tarnung wirkt sich positiv auf das Überleben und die Fortpflanzung des Individuums aus.

Bei der Mimese unterscheidet man zwischen drei Arten der Tarnung. Die Zoomimese, Phytomimese und die Allomimese.

Wenn ein Lebewesen sich äußerlich an ein anderes Tier anpasst, spricht man von einer Zoomimese. Bei der Phytomimese passt sich das Lebewesen an das Aussehen von Pflanzen an. Das “Wandelnde Blatt“ ist ein Beispiel für die Phytomimese. Diese Heuschreckenart hat sich dem Aussehen eines Blattes angepasst und ist somit kaum davon zu unterscheiden.

Bei der Allomimese passt sich ein Lebewesen an einen unbelebten Gegenstand an. Lithops , bei uns auch bekannt als „lebende Steine“, sind ein Beispiel für die Allomimiese. Obwohl es eine Pflanze ist, sieht es den Steinen ihrer Umgebung zum Täuschen ähnlich und ist so auch vor pflanzenfressenden Tieren getarnt.

Eine andere Art der Tarnung ist die Mimikry (vom englischen „Nachahmung“). Dabei handelt es sich um eine Warntracht. Das Lebewesen passt sich an, indem es die Eigenschaften zweier Lebewesen annimmt und eine dritte Art diese nicht mehr unterscheiden kann. Hier unterscheidet man zwischen vier verschiedenen Arten. Die Bates'sche Mimikry, Müller'sche, Mertens'sche und Peckham'sche Mimikry.

Die Bates'sche Mimikry ist die Schutzmimikry, bei der sich das Lebewesen an andere Lebewesen anpasst. Die Wespenschwebfliege ist ein Beispiel dafür.

Wenn Lebewesen, Eigenschaften einer ungenießbaren Art nachahmen, spricht man von der Müller'schen Mimikry. 

Wenn eine gefährliche oder eine ungefährliche Art sich an eine Art anpasst, die weder gefährlich noch ungefährlich ist (mittelgefährlich) handelt es sich um die Mertens'sche Mimikry. Somit haben beide Arten einen großen Vorteil. Die gefährliche Art kommt somit schneller an die Beute ran, da sie nicht als gefährlich wahrgenommen wird, und die ungefährliche Art ist geschützter, da diese nicht mehr so viele Fressfeinde hat, da sie als gefährlicher eingestuft wird.

 

Peckham erstellte die vierte und letzte Defenition, die Peckham'sche Mimikry. Es geht um eine Anpassung an die Umwelt, um Beute anzulocken. Um Fische anzulocken bildet der Seeteufel eine Angelrute, um Fische anzulocken.